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Mittwoch  14.09.2011,  13:30 Uhr
Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert: lunch & after work #20
Stadt: Berlin, Kapelle der Versöhnung
Projekt: Berlin / ohrenstrand.net


Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert: lunch & after work #20


Werke von Stefan Keller (Schweiz), Annesley Black (Kanada) und Ana Maria Rodriguez (Argentinien) Am 14. September um 13.30 Uhr findet in der Kapelle der Versöhnung das 20. lunch & after work Konzert des Kammerensemble Neue Musik Berlin statt. Präsentiert werden Werke der Komponisten Stefan Keller (Schweiz), Annesley Black (Kanada) und Ana Maria Rodriguez (Argentinien).
Stefan Keller (Schweiz) „Ich würde wohl nicht komponieren, wenn es kein anderweitig für mich unstillbares Kommunikationsverlangen gäbe. Deshalb äußere ich mich auch ungern verbal zu meiner Musik, bevor nicht andere auf sie reagiert haben.“ Seit einer Reise nach Indien 2005 beschäftigt sich Stefan Keller mit dem Trommelpaar Tabla. Fasziniert von dem reichen Spektrum der Klänge begann er 2006 in Berlin bei Prof. Dr. Gert-Matthias Wegner das Tabla-Spiel zu erlernen und während zwei weiterer Indien-Aufenthalte seine Studien zu vertiefen. Mittlerweile hat er zwei Werke für Tabla komponiert, die beide bei diesem lunch & after work Konzert aufgeführt werden. Das dritte Stück für Bassklarinette markiert den Beginn seiner kompositorischen Auseinandersetzung mit Elektronik. Stefan Keller, geboren 1974 in Zürich (Schweiz) begann 1995 in seiner Heimatstadt sein Musikstudium mit Hauptfach Oboe, später auch Komposition. Nach dem Konzertdiplom Fortsetzung des Oboenstudiums für anderthalb Jahre bei Ernest Rombout am Konservatorium Utrecht. 2002 – 2007 studierte er Komposition bei Hanspeter Kyburz, Musiktheorie bei Jörg Mainka sowie elektronische Musik bei Wolfgang Heiniger an der Hochschule für Musik Hanns Eisler. Er erhielt als Komponist unter anderem mehrere Studienpreise des Schweizerischen Tonkünstlervereins, den 1. Preis beim Wettbewerb des SJSO 2002, den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2004, 1. Preise beim Hanns Eisler-Preis 2005 und 2006 sowie den startup-Preis des Fördervereins der HfM Berlin. Seit Herbst 2006 Lehrauftrag für Tonsatz, Gehörbildung, Kontrapunkt und Analyse Neue Musik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. 2008 - 2009 Cursus 1 am Ircam in Paris und Stipendium des Berliner Senats an der Cité des Arts in Paris. CAA Stipendiat 2011. Nächste Uraufführungen finden im Herbst 2011 in Paris durch das Ensemble Intercontemporain und in Frankfurt durch das Ensemble Modern statt. Annesley Black (Kanada) „Wenn multidimensionale Klänge in eindimensionale Kategorien gezwungen werden, neigen sie dazu auszurasten. Sie besitzen, so meine Beobachtung, ein Eigenleben und durch die komponierte Zwangssituation werden sie zu individuellen Ausdrucksformen geführt. Wenn diese musikalischen Objekte von den Musikern eine Art der Leistung einfordern, die auferlegten Strukturen trotzt und die angenommene Identität von Musiker und Instrument bestreitet, stehen auf einmal Instrumente vor uns, die gleichermaßen dem Betrachter als auch dem Ausführenden befremdlich erscheinen können. Wenn die Funktion des Konzertsaals für einen Moment transformiert wird und dabei seine Rituale und Traditionen hinterfragt werden, sind wir mit einem nackten, fremdartigen Raum konfrontiert, der uns noch unentdeckte Möglichkeiten anbietet. So erzeuge ich in meinen Stücken eine Parade von merkwürdigen Wesen, die durch unbekannte Landschaften hinken, hüpfen, marschieren oder schleichen.“
Annesley Black, 1979 in Ottawa (Kanada) geboren, studierte Komposition bei Brian Cherney in Montréal McGill University sowie von 2004 bis 2006 bei York Holler und Hans-Ulrich Humpert in Köln. 2006 - 2008 studierte sie ausserdem bei Mathias Spahlinger (Komposition), Orm Finnendahl (elektronische Musik) und Cornelius Schwehr (angewandte Musik) an der Musikhochschule Freiburg. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, u.a. den Busoni Förderpreis der Akademie der Künste Berlin (2008) und den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart (2009). Ihre Werke wurden von Ensembles wie (u.a.) ensemble ascolta, Ensemble Modern, ensemble mosaik, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Ensemble SurPlus, composers slide quartet und Nouvel Ensemble Modern aufgeführt. Seit 2008 wirkte sie als Klangregisseurin bei Auftritten und Aufnahmen des Experimentalstudios des SWR (Strobel- Stiftung) und Ensembles und Solisten wie ensemble recherche, canto battuto und Rei Nakamura mit. Ihre Vielseitigkeit ist durch zahlreiche Zusammenarbeiten in den Bereichen Film, Theater, Tanz und Rockmusik belegt.
Ana Maria Rodriguez (Argentinien) „Ich kann mich den ganzen Tag mit Klängen beschäftigen, ohne mich zu langweilen. Es gefällt mir, Klangobjekte ins Spiel zu bringen und unmögliche Konstellationen zu schaffen. Und ich liebe es, der Logik zu widersprechen.“ Ana Maria Rodriguez studierte in Buenos Aires Geschichte und Philosophie sowie Klavier und Komposition. 1990 folgte sie einer Einladung an das Phonos Studio Barcelona, wo sie elektronische Musik und algorithmische Komposition am NeXt Computer studierte. 1993 nahm sie die Einladung der GMD St. Augustin - heute eine Abteilung der Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung - für die Entwicklung mehrerer Audio-Projekte im Fachbereich »Künstliche Intelligenz« an. 1996 zog sie nach Berlin. Der Einfluss der Berliner Klangkunst- und Echtzeitmusikszene ist in ihren Werken deutlich zu spüren: viele ihrer Kompositionen beziehen den Raum als Parameter ein und/oder bieten den Musikern einen hohen Grad an Interpretationsmöglichkeiten. 1997/98 begann sie, kompositorische Ideen, ausformulierte Partituren mit installativen Präsentationsformen zu verbinden. Sie arbeitet mit den bedeutendsten Vertretern der Berliner Echtzeitmusikszene wie Axel Dörner, Andrea Neuman, Annette Krebs und Alessandro Bosetti zusammen. Ihre letzten Arbeiten kreisen um einen neuen Schwerpunkt, der mit der Relation aus Poesie und Technologie beschrieben werden kann. Diese Beziehung meint nicht nur im konkreten Sinne die kompositorische Verwendung von Text, Poesie und literarischen Vorlagen, sondern im abstrakteren Feld das musikalische Nutzen der technologischen Mittel für einen in der Poesie angelegten Perspektivreichtum. Sie realisierte Projekte mit den Videokünstlern Melita Dahl, Andreas Köpnick, Steffi Weisman und dem Lyriker Ron Winkler. 2005 gründete sie das Ensemble "les femmes savantes", in dem sie mit Sabine Ercklentz, Hanna Hartman, Andrea Neumann und Ute Wassermann zusammen arbeitet. Ihre Kompositionen wurden auf internationalen Festivals wie Brückenmusik IV Köln, Donaueschinger Musiktagen 2001/2004, Transmediale Berlin, Musik des 20. Jahrhunderts Saarbrücken, MaerzMusik 2003 und 2004, Musique Action Vandoeuvre Nancy, Berlin - Buenos Aires, Wiener Festwochen, Wittener Tage für neue Kammermusik 2006, Kontraste Festival 2006 Österreich und Berlin in lights in der Carnegie Hall NYC 2008 vorgestellt. Sie ist mit zahlreichen Veröffentlichungen und Seminaren zum Thema “Musik und Technologie” hervorgetreten.

Eintritt frei - Dauer ca. 30-40 min. -
Informationen www.kammerensemble.de und www.ohrenstrand.net
Konzerte noch einmal hören und sehen? www.vimeo.com/channels/knmberlinlunch
Die Reihe "lunch & after work Konzerte 2011" ist ein Projekt des KNM Berlin im Rahmen von ohrenstrand.guide / Ankunft: Neue Musik. ohrenstrand.net wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und die Kulturverwaltung des Landes Berlin. Die Projektreihe ohrenstrand.guide / Ankunft: Neue Musik wird zusätzlich kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Veranstaltungsort:
Kapelle der Versöhnung
Bernauer Strasse 4
10115 Berlin