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Kammerensemble Neue Musik Berlin präsentiert: lunch & after work #20
Werke von Stefan Keller (Schweiz), Annesley Black (Kanada) und Ana Maria
Rodriguez (Argentinien)
Am 14. September um 13.30 Uhr findet in der Kapelle der Versöhnung das
20. lunch & after work Konzert des Kammerensemble Neue Musik Berlin
statt. Präsentiert werden Werke der Komponisten Stefan Keller (Schweiz),
Annesley Black (Kanada) und Ana Maria Rodriguez (Argentinien).
Stefan Keller (Schweiz)
„Ich würde wohl nicht komponieren, wenn es kein anderweitig für mich
unstillbares Kommunikationsverlangen gäbe. Deshalb äußere ich mich auch
ungern verbal zu meiner Musik, bevor nicht andere auf sie reagiert
haben.“
Seit einer Reise nach Indien 2005 beschäftigt sich Stefan Keller mit dem
Trommelpaar Tabla. Fasziniert von dem reichen Spektrum der Klänge
begann er 2006 in Berlin bei Prof. Dr. Gert-Matthias Wegner das
Tabla-Spiel zu erlernen und während zwei weiterer Indien-Aufenthalte
seine Studien zu vertiefen. Mittlerweile hat er zwei Werke für Tabla
komponiert, die beide bei diesem lunch & after work Konzert
aufgeführt werden. Das dritte Stück für Bassklarinette markiert den
Beginn seiner kompositorischen Auseinandersetzung mit Elektronik.
Stefan Keller, geboren 1974 in Zürich (Schweiz) begann 1995 in seiner
Heimatstadt sein Musikstudium mit Hauptfach Oboe, später auch
Komposition. Nach dem Konzertdiplom Fortsetzung des Oboenstudiums für
anderthalb Jahre bei Ernest Rombout am Konservatorium Utrecht. 2002 –
2007 studierte er Komposition bei Hanspeter Kyburz, Musiktheorie bei
Jörg Mainka sowie elektronische Musik bei Wolfgang Heiniger an der
Hochschule für Musik Hanns Eisler. Er erhielt als Komponist unter
anderem mehrere Studienpreise des Schweizerischen Tonkünstlervereins,
den 1. Preis beim Wettbewerb des SJSO 2002, den Kompositionspreis der
Landeshauptstadt Stuttgart 2004, 1. Preise beim Hanns Eisler-Preis 2005
und 2006 sowie den startup-Preis des Fördervereins der HfM Berlin. Seit
Herbst 2006 Lehrauftrag für Tonsatz, Gehörbildung, Kontrapunkt und
Analyse Neue Musik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.
2008 - 2009 Cursus 1 am Ircam in Paris und Stipendium des Berliner
Senats an der Cité des Arts in Paris. CAA Stipendiat 2011. Nächste
Uraufführungen finden im Herbst 2011 in Paris durch das Ensemble
Intercontemporain und in Frankfurt durch das Ensemble Modern statt.
Annesley Black (Kanada)
„Wenn multidimensionale Klänge in eindimensionale Kategorien gezwungen
werden, neigen sie dazu auszurasten. Sie besitzen, so meine Beobachtung,
ein Eigenleben und durch die komponierte Zwangssituation werden sie zu
individuellen Ausdrucksformen geführt. Wenn diese musikalischen Objekte
von den Musikern eine Art der Leistung einfordern, die auferlegten
Strukturen trotzt und die angenommene Identität von Musiker und
Instrument bestreitet, stehen auf einmal Instrumente vor uns, die
gleichermaßen dem Betrachter als auch dem Ausführenden befremdlich
erscheinen können. Wenn die Funktion des Konzertsaals für einen Moment
transformiert wird und dabei seine Rituale und Traditionen hinterfragt
werden, sind wir mit einem nackten, fremdartigen Raum konfrontiert, der
uns noch unentdeckte Möglichkeiten anbietet. So erzeuge ich in meinen
Stücken eine Parade von merkwürdigen Wesen, die durch unbekannte
Landschaften hinken, hüpfen, marschieren oder schleichen.“
Annesley Black, 1979 in Ottawa (Kanada) geboren, studierte Komposition
bei Brian Cherney in Montréal McGill University sowie von 2004 bis 2006
bei York Holler und Hans-Ulrich Humpert in Köln. 2006 - 2008 studierte
sie ausserdem bei Mathias Spahlinger (Komposition), Orm Finnendahl
(elektronische Musik) und Cornelius Schwehr (angewandte Musik) an der
Musikhochschule Freiburg.
Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen und Stipendien, u.a. den Busoni
Förderpreis der Akademie der Künste Berlin (2008) und den
Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart (2009). Ihre Werke
wurden von Ensembles wie (u.a.) ensemble ascolta, Ensemble Modern,
ensemble mosaik, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Ensemble SurPlus,
composers slide quartet und Nouvel Ensemble Modern aufgeführt. Seit 2008
wirkte sie als Klangregisseurin bei Auftritten und Aufnahmen des
Experimentalstudios des SWR (Strobel- Stiftung) und Ensembles und
Solisten wie ensemble recherche, canto battuto und Rei Nakamura mit.
Ihre Vielseitigkeit ist durch zahlreiche Zusammenarbeiten in den
Bereichen Film, Theater, Tanz und Rockmusik belegt.
Ana Maria Rodriguez (Argentinien)
„Ich kann mich den ganzen Tag mit Klängen beschäftigen, ohne mich zu
langweilen. Es gefällt mir, Klangobjekte ins Spiel zu bringen und
unmögliche Konstellationen zu schaffen. Und ich liebe es, der Logik zu
widersprechen.“
Ana Maria Rodriguez studierte in Buenos Aires Geschichte und Philosophie
sowie Klavier und Komposition. 1990 folgte sie einer Einladung an das
Phonos Studio Barcelona, wo sie elektronische Musik und algorithmische
Komposition am NeXt Computer studierte. 1993 nahm sie die Einladung der
GMD St. Augustin - heute eine Abteilung der Fraunhofer Gesellschaft zur
Förderung der angewandten Forschung - für die Entwicklung mehrerer
Audio-Projekte im Fachbereich »Künstliche Intelligenz« an. 1996 zog sie
nach Berlin. Der Einfluss der Berliner Klangkunst- und
Echtzeitmusikszene ist in ihren Werken deutlich zu spüren: viele ihrer
Kompositionen beziehen den Raum als Parameter ein und/oder bieten den
Musikern einen hohen Grad an Interpretationsmöglichkeiten. 1997/98
begann sie, kompositorische Ideen, ausformulierte Partituren mit
installativen Präsentationsformen zu verbinden. Sie arbeitet mit den
bedeutendsten Vertretern der Berliner Echtzeitmusikszene wie Axel
Dörner, Andrea Neuman, Annette Krebs und Alessandro Bosetti zusammen.
Ihre letzten Arbeiten kreisen um einen neuen Schwerpunkt, der mit der
Relation aus Poesie und Technologie beschrieben werden kann. Diese
Beziehung meint nicht nur im konkreten Sinne die kompositorische
Verwendung von Text, Poesie und literarischen Vorlagen, sondern im
abstrakteren Feld das musikalische Nutzen der technologischen Mittel für
einen in der Poesie angelegten Perspektivreichtum. Sie realisierte
Projekte mit den Videokünstlern Melita Dahl, Andreas Köpnick, Steffi
Weisman und dem Lyriker Ron Winkler. 2005 gründete sie das Ensemble "les
femmes savantes", in dem sie mit Sabine Ercklentz, Hanna Hartman,
Andrea Neumann und Ute Wassermann zusammen arbeitet. Ihre Kompositionen
wurden auf internationalen Festivals wie Brückenmusik IV Köln,
Donaueschinger Musiktagen 2001/2004, Transmediale Berlin, Musik des 20.
Jahrhunderts Saarbrücken, MaerzMusik 2003 und 2004, Musique Action
Vandoeuvre Nancy, Berlin - Buenos Aires, Wiener Festwochen, Wittener
Tage für neue Kammermusik 2006, Kontraste Festival 2006 Österreich und
Berlin in lights in der Carnegie Hall NYC 2008 vorgestellt. Sie ist mit
zahlreichen Veröffentlichungen und Seminaren zum Thema “Musik und
Technologie” hervorgetreten.
Eintritt frei - Dauer ca. 30-40 min. -
Informationen
www.kammerensemble.de und www.ohrenstrand.net
Konzerte noch einmal hören und sehen?
www.vimeo.com/channels/knmberlinlunch
Die Reihe "lunch & after work Konzerte 2011" ist ein Projekt des KNM
Berlin im Rahmen von ohrenstrand.guide / Ankunft: Neue Musik.
ohrenstrand.net wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein
Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und die Kulturverwaltung
des Landes Berlin. Die Projektreihe ohrenstrand.guide / Ankunft: Neue
Musik wird zusätzlich kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds
für regionale Entwicklung (EFRE).
Veranstaltungsort:
Kapelle der Versöhnung
Bernauer Strasse 4
10115 Berlin
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